Janco – Schuld EP – VÖ: 24.04.2020

Foto: Jojo Schulmeister

 Mehr zur Schuld EP: Kleinstadt-Idylle und tristes Grau passen oft besser zusammen als man es annimmt. So zumindest nimmt Janco uns mit in eine kaputte, aber dennoch oft realistische Welt. Gewalt in der eigenen Familie, suizidale deutsche Prototypen, oder bis in die Unendlichkeit eskalierende Home-Partys. Die Erzählungen auf „Schuld“ sind kleine Filme und hinterlassen zum Teil ein stärkeres Drücken im Bauch, als die gut ausproduzierten Bässe. Ausschweifende Zeigefinger und überambitionierte Belehrungen sucht man jedoch auf Schuld vergeblich. Immer sind die Andern Schuld heißt es auf dem Titeltrack. Und tatsächlich zieht sich das Thema Schuld in so unterschiedlichen Blickwinkeln und Facetten durch die Ep, dass es zu keiner Sekunde langweilt. Beleuchtet wird das Dunkel. Kaum Lichtstrahlen zu erahnen und wenn doch werden diese spätestens mit dem drohenden Untergang der Welt beerdigt. Erik Bronnovich und Highnicken, die auch vorherige Projekte produziert haben kreieren hier ein modernes und doch sehr individuelles Klangbild. Was in früheren Veröffentlichungen nur zu erahnen war bringt Janco hier das erste Mal auf ein stimmiges und in sich geschlossenes Ergebnis. Die Zelebration der Depression. Kopfhörer auf, Augen zu und willkommen in meiner Welt!